Enzephalopathien und Demenzen Progrediente Dialyse-Enzephalopathie

Ätiologie

Chronische Intoxikation des Gehirns mit Aluminium und damit Hemmung verschiedener Enzymaktivitäten (z.B. Erythrozytenreduktase). Vorwiegend bei Al-haltigem Dialysat (Hemmung des Al-Übertritts vom Plasma ins Dialysat), Trinkwasser oder Phosphatbindern (Antazida).

Pathogenese

  • Hirnrindenspongiosa ohne Gliazellreaktion
  • Normwert: Serumaluminium 17 µg/100ml, pathologisch über 30 µg/100ml.

Klinik

  • orale Apraxie
  • Tremor
  • Myokloni
  • multifokale Anfälle
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Bewußtseinsstörungen
  • Verwirrtheit
  • zusätzlich
  • proximale Myopathie
  • hypochrome Anämie
  • Osteomalazie

Diagnostik

Das EEG zeigt schon früh Verlangsamung und frontale Gruppen von höhergespannten Theta-Wellen mit steilen Abläufen. Bildgebung, Hirnszintigramm und Liquor sind unauffällig.

Therapie

Vermeidung weiterer Aluminium-Aufnahme. Aluminiumfreies Dialysat, Versuch mit Deferoxamin, bei Anfällen Clonazepam (Rivotril®, 1A i.v.)

 

"Dialyseenzephalopathie" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
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