Alkoholentzugssyndrom
Klinik
Nach plötzlicher Unterbrechung oder im Verlauf exzessiver Alkoholaufnahme bei
chronisch Alkoholkranken kommt es häufig nach 1-4 Tagen (in seltenen Fällen bis zu 14
Tagen) zu Entzugserscheinungen, die gewöhnlich mit leichten bis mittelschweren
vegetativen Entgleisungen einhergehen und selten flüchtige psychotische Symptome bieten:
- grobschlägiger Tremor 6-8/s
- Schwitzen
- Tachycardie (> 100/min)
- Hautrötung
- Hypertonie
- Übelkeit und Erbrechen
- innere Unruhe
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Grand-mal-Anfälle können auftreten
Die Symptomatik klingt meist innerhalb von ca. 3-5 Tagen ab.
Therapie
Beobachtung, bei stärkeren Symptomen (Vigilanzstörung, starker Schweißausbruch >
30min, systolischer Blutdruck > 180mmHg) Sedierung mit Clomethiazol (Distraneurin ®)
1-2 tbl oder 2-4 kps je nach Bedarf bis zu 3-4stdl, oder Benzodiazepinen, je nach Schwere
der Entzugserscheinungen z.B. 5-50mg/d Valium® (Gewacalm®) auch Oxazepam
(Praxiten® 15mg o. 50mg tbl) oder Chlordiazepoxid (Limbitrol®, Pantrop®).
Clomethiazol (Distraneurin®) und Benzodiazepine stehen beim leichten und mittleren
Entzugssyndrom gleichberechtigt nebeneinander. Beide verfügen über eine ausreichende
Sedierung, haben in der empfohlenen Dosierung große therapeutische Breite und wirken
antikonvulsiv. Clomethiazol besitzt allerdings das größere Suchtpotential, sodaß es so
kurz wie möglich angewendet werden sollte (Absetzen mit Ende der Symptomatik).
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