Arnold-Chiari-Syndrom
Hierbei handelt es sich um ein zu den Dysrhaphien zählendes, vielgestaltiges
Fehlbildungssyndrom mit Fehlbildung im Bereich der hinteren Schädelgrube und des
kraniospinalen Überganges. Es werden 3 Formen beschrieben:
Chiari I
Verlagerung der Kleinhirntonsillen in den oberen zervikalen Spinalkanal. Die
Kombination mit basilärer Impression, atlanto-okzipitaler Assimilation und zervikaler
Syringomyelie ist möglich. Klinisch finden sich Zeichen der Kompression von Medulla
oblongata und Halsmark sowie Liquorzirkulationsstörungen.
Chiari II
Hierbei handelt es sich um ein komplexeres Bild mit knöchernen Störungen der hinteren
Schädelgrube, Erweiterung des Foramen magnum, Veränderungen der harten Hirnhäute und
des Tentoriums, Deformitäten von Mittelhirn, Pons, Cerebellum und Medulla oblongata,
häufiger Verlagerung von Teilen des Rhombenzephalons in den oberen Spinalkanal,
Störungen von Ventrikeln und Zisternen, konnatalem Hydrocephalus occlusus und
Meningomyelozelen (meist lumbosakral). Bei der sich aus diesen Störungen ableitenden
klinischen Symptomatik stehen die Meningomyelozele und die Zeichen des Hydrocephalus
occlusus im Vordergrund.
Chiari III
Selten; neben den Zeichen der Chiari-II-Fehlbildung findet sich eine okzipitozervikale
(Enzephalo-)Meningomyelozele; mit dem Leben kaum vereinbar.
Therapie
Operativ
- bei Chiari I erfolgt die Dekompression von Halsmark und Medulla oblongata durch
subokzipitale Kraniotomie im Bereich C1-C2
- bei Chiari II erfolgt zunächst der operative Verschluß der Meningomyelozele sowie bei
der überwiegenden Zahl der Patienten die Behandlung des Hydrocephalus durch
Shunt.
Links
Selbsthilfe
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