Myasthenie - Therapie
Myasthenie Therapiewegweiser: Cholinesterase-Hemmer,
Immunsuppresion (Azathioprin,
Cycloposphamid), Plasmaaustausch,
Thymektomie, 7S-Immunglobuline
Cholinesterase-Hemmer
Anticholinesterasen inhibieren den Abbau von Acetylcholin durch Cholinesterase im
synaptischen Spalt, sodaß trotz AchR-AK-Besetzung der Rezeptoren eine Übertragung
stattfinden kann (kompetitiver Mechanismus).
Nebenwirkung
vorwiegend periphere postganglionäre cholinerge Effekte wie Schwitzen, Speichelfluß,
Diarrhoe, Bradykardie, etc. Keine zentralnervöse Nebenwirkung, da die Blut-Hirn-Schranke
nicht überschritten wird. Minderung der Nebenwirkung en durch Einnahme der
Cholinesterase-Hemmer nach den Mahlzeiten. In Ausnahmefällen (deutliche cholinerge
Symptomatik) Atropin 3-4x0,1mg/d p.o.
Dosierung
- Mestinon® (Pyridostigmin) ist der gebräuchlichste Cholinesterase-Hemmer. Die initiale
Dosierung liegt bei 4x60mg/d p.o. Empfehlenswert sind feste Einnahmezeiten (z.B. um 7, 11,
15, 19 Uhr). Die Gabe von Mestinon® retard 180mg ist lediglich notwendig bei
ausgeprägten nächtlichen Schwächezuständen oder bei Kau-/Schluckschwäche in den
Morgenstunden, die eine orale Medikation verhindert.
- Prostigmin® 0,5mg Ampullen: Dosierung sehr variabel, individuelle Einstellung, höhere
Toxizität für die Endplatten als Pyridostigmin (Mestinon®).
Die parenterale Dosierung ist nur bei starken Kau- und Schluckstörungen notwendig und
evtl. unter den Bedingungen der Intensivpflege vorteilhaft. Bilanzierung durch
MG-Score-Kontrollen notwendig. Die parenterale Dosis von Pyridostigmin ist in der Regel
1/30 der oralen Dosis.
- evtl. zusätzlich Kalium (Kali-Oral®) zwischen den Mestinon®-Einnahmen
- evtl. Atropin sulfat 4 x 0,25-0,5 tbl bei starker Muskarin-Nebenwirkung.
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