Traumen Chronisches Subduralhämatom

Klinik

  • Inzidenz 1-2 / 100.000 EW
  • Risikofaktoren:
  • Alter (Männer bevorzugt)
  • Alkoholabusus
  • Epilepsie
  • Koagulopathien (Marcoumar, Sintrom)
  • Dialyse
  • Liquorshunt
  • oft leere Anamnese oder Angabe von Bagatelltraumen die Wochen zurückliegen.
  • Blutung meist aus Brückenvenen mit nachfolgender Hämolysierung und Organisation (Membranen, Granulationsgewebe, Kapillarisierung) sowie chron. Volumenzunahme (lokale Gerinnungsstörungen mit Nachblutungen aus neu kapillarisierten Membranen)
  • Lokalisation: bevorzugt frontotemporal und parietal, großflächige Ausdehnung, in 15-20% der Fälle bilaterales Vorkommen.

Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • psychische Veränderungen
  • motorische Halbseitensymptomatik
  • Anfälle, usw.
  • Symptomatik kann fluktuieren

Häufige Fehldiagnosen sind

  • unbehandelte Demenz
  • zerebrovaskuläre Insuffizienz
  • TIA
  • endogene Psychose

Diagnostik

  • Rö-Schädel
  • CCT: konkav - konvexe großflächige Raumforderung mit hypo-, iso- und hyperdensen Anteilen (Nachblutung!)
  • bei diagnostischer Unsicherheit CCT mit 2facher Kontrastmittelgabe zur Darstellung der äußeren Membran oder MR (signalintensive Herde)

Therapie

  • keine Therapiebedürftigkeit bei fehlender raumfordernder Wirkung wie z.B. "Pancake"-Hämatome oder rindenbetonte Hirnatrophie
  • neurochirurgisches Konsil
  • erweitertes Bohrloch mit Spülung und Saugdrainage über wenige Tage
  • bei Mißerfolg: osteoplastische Kraniotomie: Gefahr der Bildung eines kontralateralen Hämatoms während des operativen Eingriffs
 

 

"chronisches SDH" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info