Enzephalopathien und Demenzen Parkinson-Syndrom mit Demenz

Die Häufigkeit eines dementiellen Syndroms beim Parkinson-Syndrom wird auf ca. 20% geschätzt. Das beim Parkinson-Syndrom für die motorische Minussymptomatik verantwortliche Dopamin-Defizit reicht zur Erklärung des dementiellen Syndroms nicht aus, da es Patienten mit schwerer motorischer Minussymptomatik, aber ohne Demenz gibt. Sicherlich steht aufgrund der Erkrankungswahrscheinlichkeit bei einigen Prozent der Parkinson-Kranken unabhängig gleichzeitig eine DAT, es muß jedoch ein weiterer Pathomechanismus existieren, der die Demenzhäufigkeit von ca. 20% erklärt.

Untersuchungen mehrerer unabhängiger Arbeitsgruppen legen nun die Annahme nahe, dass es beim Parkinson-Syndrom und Demenz neben dem Dopaminmangel auch zu einem ausgeprägten cholinergen Defizit im Vorderhirn kommt. Die Anwendung von Anticholinergika bei Patienten mit Parkinson-Syndrom und Demenz kann zu einer Verschlechterung der dementiellen Symptomatik führen, auch akute Verwirrtheitszustände können auftreten.

Aufgrund dieser Befunde wird die Auffassung vertreten, dass Anticholinergika, die ja bei der Therapie bereits Anwendung finden, bei dem Syndrom Parkinson und Demenz kontraindiziert sind!

 

"Parkinson-Demenz" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
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