Myasthenie
Diagnostik
Tensilon®-Test
Messung der Ermüdbarkeit einer betroffenen Muskelgruppe (z.B. Armvorhaltezeit). Dann
initiale Gabe von 2-3mg, um starke cholinerge Nebenwirkungen zu vermeiden (Schwitzen,
Speichelfluß, Diarrhoe, Bradykardie etc.). Erneute Messung nach etwa 45-60s. Wenn kein
Effekt und keine cholinergen Symptome zu beobachten sind, kann die Tensilon®-Dosis auf
10mg erhöht werden.
Elektromyographie (EMG) mit repetitiver Stimulation
Messung der Amplitudenreduktion bei repetitiver Stimulation mit 3, 5 oder 10Hz.
Stimulationsort ist der N. ulnaris mit Ableitung über dem M. abductor digiti minimi oder
N. axillaris mit Ableitung über dem M. deltoideus. Verstärkung des Dekrementes durch
vorherige tetanische Kontraktion des abgeleiteten Muskels und Kombination mit dem
Tensilon®-Test heben die diagnostische Wertigkeit der EMG-Untersuchung bei MG bis zu 85%
(Dekrement auch bei neuromuskulären Erkrankungen). Ein reproduzierbares Dekrement von 15%
ist diagnostisch positiv.
Einzelfaser-EMG
nach Jitter.
Acetylcholinrezeptorantikörper-Messung
Die radioimmunologische Messung der AchR-AK ist der empfindlichere und spezifischere
diagnostische Test für die MG. Im Falle einer generalisierten Erkrankung ist ein über
den Referenzbereich von 0,4nmol/l erhöhter AchR-AK-Titer für die Erkrankung beweisend
(prädiktiver Wert 98%!). Falsch-negative Titer kommen vereinzelt vor (ca. 2%). Bei den
rein okulären Erkrankungen sind die AchR-AK-Titer in etwa 50% der Fälle erhöht.
Immundiagnostik
Die MG ist als Autoimmunerkrankung nicht selten mit anderen immunologischen Phänomenen
vergesellschaftet. Jede Abklärung einer MG sollte daher eine Reihe von Untersuchungen des
Immunsystems enthalten
- Abklärung der Schilddrüse, insbesondere AK
- Thymusuntersuchung
- Mediastinal-CT mit Kontrast oder MR
- Immunelektrophorese
- Komplementaktivität
- AK gegen quergestreifte Muskulatur (Korrelation mit Thymom)
- Rheumafaktoren
- Anti-DNA-AK
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