Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)
Klinik
Im Kleinkindalter beginnende Schwäche im Beckengürtel, die rasch progredient
verläuft und sich auf den Schultergürtel ausbreitet. Entwicklung sogenannter
Gnomenwaden. Gowers-Zeichen. Wegen des X-chromosomalen Erbgangs sind nur Knaben betroffen.
Die Lebenserwartung liegt bei 15-20j.
Tod durch Herzinsuffizienz (Kardiomyopathie) oder Ateminsuffizienz und deren Folgen
(pulmonale Infektionen).
- CK-Werte und Muskelsonographie bei Betroffenen und seiner Mutter
- pyopathische EMG-Veränderungen
- Muskelbiopsie (konventionelle Analyse sowie Dystrophin-Bestimmung im
Immunoblot-Verfahren und immunfluoreszenzmikroskopisch)
- Nachweis von Mutation, Deletion und Duplikation im Duchenne-Becker-Gen
- pränatale Diagnostik (siehe LMU-München)
Therapie
Physikalische Therapie
Außer der Durchführung der bereits oben genannten allgemeinen Maßnahmen ist darauf
hinzuweisen, dass der Patient möglichst oft steht, z.B. mit Hilfe eines Stehbretts.
Dadurch können Lungen- und Kreislauffunktion gebessert und die Progression der Skoliose
gehemmt werden.
Von zahlreich eingesetzten Medikamenten zeigten lediglich Verapamil und Kortikosteroide
in einer einjährigen Studie einen günstigen Effekt. Wegen der Wirkung auf die
Herzmuskulatur scheint der Einsatz von Verapamil jedoch nicht gerechtfertigt. Das Ergebnis
einer Deflazacort-Studie (im Vergleich zu Prednison getestet) steht noch aus.
Intermittierende Beatmung zunächst nachts, später auch tagsüber mit mobilen
Atemgeräten, wenn sich ein chronisches Unterbeatmungssyndrom entwickelt (nächtliches
Schwitzen, tagsüber Müdigkeit und mangelnde Konzentration, häufige Lungeninfekte,
Kopfschmerzen).
Nach Rideau ist eine Verlängerung der Gehfähigkeit um mehrere Jahre möglich durch:
- frühzeitige Weichteilbehandlungen, z.B. Spaltung der Fascia lata des M. quadriceps,
wodurch die Hüftbeugekontraktur und deren Folgen (Rollstuhlerfordernis, Skoliose) um
Jahre aufgeschoben werden kann
- operative Stabilisierung der Wirbelsäule
Hilfsmittel
z.B. Oberschenkelgehapparat nach operativer Weichteilbehandlung
Schwangerschaftsabbruch
Bei molekulargenetischem Nachweis einer schwerwiegenden Genveränderung
Schwangerschaftsabbruch. Die Untersuchungen können von den in entsprechenden Instituten
vermittelt werden.
Gentherapie und Myoblastentransfer
vorerst unbefriedigend
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