Kapitel: Bewegungsstörungen (inkl. Parkinson) Parkinson-Syndrome

Therapie der Dyskinesie

  • Durch Protokollieren der Beschwerden ist zu klären, wann die Dyskinesien auftreten: Hyperstimulatorische (peak-dose-)Dyskinesien (Chorea) auf dem Höhepunkt der L-Dopa-Wirkung oder hypostimulatorische Dyskinesien in einem mittleren (suboptimalen) Konzentrationsbereich von L-Dopa im Gehirn, also häufig in der An- und Abflutungsphase (biphasische Dyskinesien – meist Dystonie)
  • Reduktion der L-Dopa-Dosis bei hyperstimulatorischer Dyskinesie, evtl. Dosiserhöhung bei hypostimulatorischer Dyskinesie.
  • Wechsel des L-Dopa-Präparates: bei hyperstimulatorischer Dyskinesie kann z.B. Sinemet® günstiger sein als Madopar®, bei biphasischer Dyskinesie ist Madopar zu bevorzugen (schnellere Anflutung)
  • nach Dosisreduktion von L-Dopa zusätzliche Gabe bzw. Dosiserhöhung von Dopaminagonisten
  • Reduktion bzw. Absetzen des MAO-B-Hemmers bei hyperstimulatorischer Dyskinesie
  • bei early morning dystonia: Versuch mit einer späten Abenddosis eines Dopaminagonisten; in schweren Fällen Apomorphin 2,5mg s.c.
  • Haldoperidol als Therapieversuch kann als kontraindiziert angesehen werden, da es insbesonder beim Lewi-Body-Disease zu einer Verschlechterung ohne Reversion kommen kann.
  • Eine Medikamentenpause (drug holiday) ist obsolet!
 

 

"Dyskinesie" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info