Neuromuskuläre Störungen Dysphagie

Ursache

der Dysphagie ist eine Schwäche der Schlundmuskulatur und/oder der Zunge.

Therapie

  • Eine isolierte Zungenatrophie kann vorübergehend durch Eingabe der Speisen auf den hinteren Zungengrund umgangen werden.

im Initialstadium

  • besondere Zubereitung der Nahrung: vorzerkleinern, pürierte Kost, Zugabe von Pudding als Gleitmittel

im fortgeschrittenen Stadium

  • Zugabe von Sonden- oder Astronautenkost zur Mahlzeit
  • oder Magensonde
  • ca. 14-tägige Wechsel bei nasaler Lage zur Vermeidung von Nekrosen

bei schwerer Dysphagie und einer Lebenserwartung über ¼ Jahr

  • PEG-Sonde (perkutane Gastrostomie, endoskopisch unter Lokalanästhesie) = Methode der Wahl
  • Zu beachten ist die durch enthemmte Würgereflexe teilweise erhebliche Belastung bei Patienten mit ausgeprägter Pseudobulbärsymptomatik
  • die früher eingesetzte zervikale Ösophagostome ist durch die PEG verdrängt worden
  • die krikkopharyngeale Myotomie wurde früher häufig bei Pseudobulbärparalyse mit spastischer Tonussteigerung der krikkopharyngealen Muskulatur empfohlen. Die Operation ist neuerdings auch in Lokalanästhesie durchführbar und somit ohne größeres Narkoserisiko. Klinische Erfahrungen mit ALS-Patienten liegen aber bisher nicht vor. Mit dem Einsatz der PEG erscheint dieses Verfahren in der Regel als entbehrlich
 

 

"Dysphagie" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info