Dystonien
Definition
Unter dem Begriff Dystonien faßt man ein Krankheitsspektrum zusammen, das durch eine
zentralnervöse Fehlfunktion bei der Kontrolle von Bewegungen gekennzeichnet ist. Dystonie
wird als eine Bewegungsstörung definiert, die durch abnorme Haltungen und/oder repetitive
Bewegungen als Folge tonischer (langsamer) und phasischer (schneller) unwillkürlicher
Muskelkontraktionen charakterisiert ist. Myokloniforme oder tremoröse Aktivierungsmuster
können insbesondere bei der zervikalen und Gliederdystonie hinzukommen.
Einteilung
- nach der Ätiologie
- idiopathisch
- hereditär
- symptomatisch
- nach dem Alter beim erstmaligen Auftreten
- infantile
- juvenile
- adulte Form
- nach ihrer topischen Verteilung
- fokale
- segmentale
- multifokale
- generalisierte Dystonie
- Hemidystonie
Ätiologie
Nur bei etwa 20% aller Dystoniker kann eine Ursache für die Erkrankung gefunden
werden. Dann spricht man von sekundären oder symptomatischen Dystonien. Sekundäre
Dystonien können infolge struktureller Hirnveränderungen Basalganglien, im Rahmen von
metabolischen (z.B. Morbus Wilson) und degenerativen ZNS-Erkrankungen (M. Parkinson,
Multiple System Atrophie = MSA u.a.) auftreten, sicherlich jedoch am häufigsten nach
Einnahme von Dopamin-Rezeptorblockern als tardive Dystonie.
Ferner gibt es paroxysmale Dystonie-Syndrome (die familiäre paroxysmale dystone
Choreoathetose, die eher sporadisch auftretende paroxysmale kinesiogene Choreoathetose),
von denen man einige sicherlich zu epileptischen Störungen rechnen kann (wenn des guten
Ansprechens auf Antiepileptika) und die Dystonie mit betonten Tagesfluktuationen und
Beginn im Kindesalter (hereditär progressive Dystonie, Segawa-Syndrom). Kinder mit einem
Segawa-Syndrom werden oft als Zerebralparese fehldiagnostiziert, obwohl sie unter L-Dopa
praktisch symptomfrei werden!
Weiterführend
Idiopathische Dystonien Generalisierte Dystonien Fokale Dystonien Differenzialdiagnosen Therapie
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