Isolierte Polymyositis und Dermatomyositis des Erwachsenenalters
(Sonderform: okuläre Myositis)
Klinik
- In etwa 20% der Fälle bleibt die Erkrankung mehr als 10 Jahre aktiv
- häufige Begleiterkrankungen müssen symptomatisch behandelt werden, wie
- Kardiomyopathien
- Herzrhythmusstörungen
- Arteriitiden
- Arthralgien (ohne dass eine rheumatoide Arthritis besteht)
- Physiotherapie: in der akuten Krankheitsphase Krankengymnastik nur in Form passiver
Bewegungsübungen und Kontrakturprophylaxe. Keine Wärmeanwendungen!
- Medikamentöse Therapie
- mit Kortikosteroiden ist eine effektive Behandlung möglich. Die Anfangsdosis sollte je
nach Schweregrad der Erkrankung zwischen 30 100mg/d Prednisolon (Aprednisolon®))
liegen. Erst wenn eine Besserung der Symptome eintritt oder spätestens nach 3 Monaten
sollte die Dosis im Laufe von weiteren 2-3Monaten auf die Dosis gesenkt werden, mit der
der erzielte Effekt beibehalten werden kann. Bei einer Dosis von 40mg/d Prednisolon ist
eine alternierende Gabe von 80mg/0mg jeden 2. Tag möglich. Die effekterhaltende Dosis
muß evtl. über Jahre fortgeführt werden, wobei der Verlauf sorgfältig beobachtet
werden muß.
- Bei fehlender Besserung in den ersten 3 Monaten ist die zusätzliche Gabe von
Azathioprin (Imurek® 50mg tbl) 150 200mg/d indiziert. Blutbild, Transaminasen,
Harnstoff und Harnsäure müssen anfangs 2x/Woche, nach 1 Monat 1x/Woche bestimmt werden.
Durch diese Behandlung kann die Symptomatik bis 40% der Nicht-Responder gebessert werden.
Die Wirkung ist aber erst nach 2-3Monaten zu erwarten. Azathioprin kann auch bei
Ansprechen auf Kortikosteroide als zusätzliches Medikament gegeben werden, um die
Prednison-Erhaltungsdosis reduzieren zu können. Nie sollte eine Monotherapie mit
Azathioprin erfolgen.
- Bei Therapieversagen ist die zusätzliche Gabe von Methotrexat (Abitrexate®,
Methotrexat®) oder Cyclophosphamid (Endoxan®) indiziert.
- Bei Versagen der immunsuppressiven Therapie sollten Plasmaaustauschbehandlung ohne oder
in Kombination mit Kortikosteroiden und evtl. Immunsuppressiva versuchte werden.
- Über Ganzkörperbestrahlung gibt es bisher nur wenige, wenn auch positive Fallberichte.
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