Neuromuskuläre Störungen Myasthenie

Medikamentöse Interaktion

Zahlreiche Medikamente wirken negativ auf die neuromuskuläre Übertragung und verschlechtern somit die Symptome einer Myasthenia gravis:

  • Antibiotika (Aminoglykosid, Tetracycline)
  • systematisch verabreichte Substanzen, die die Erregungsleitung hemmen (z.B. Procainamid, Lidocain, Phenytoin)
  • psychotrope Medikamente (Diazepam, Chlorpromazin, Lithium)
  • b-Blocker (Propranolol)
  • D-Penicillamin
  • Diuretika (Diamox®)

Der Einsatz dieser Medikamente ist daher mit Vorsicht vorzunehmen; bei guter Einstellung gibt es jedoch keine Kontraindikationen. Eine Sedierung soll möglichst mit Medikamenten erfolgen, die nicht oder nur geringe muskelrelaxierend wirken, z.B.

  • Chloralhydrat

Die Nicht Benzodiazepin-Hypnotika, wie

  • Zolpidem (Ivadal® 10mg ftbl, Stilnox® 10mg ftbl) und
  • Zopiclon (Imovane®, D: Ximovane®)

haben im Gegensatz zu den Benzodiazepinen keine muskelrelaxierende Wirkung, besitzen aber deren schlafanstoßende Potenz. Benzodiazepine sollten durch diese neuen Substanzen ersetzt werden.

 

"Medica-Interaktionen" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info