Schwindel Attackenschwindel bei Morbus Ménière

Ätiologie

Ursache des M.Ménière ist ein endolymphatischer Labyrinthhydrops mit wiederkehrender Ruptur der Membran zwischen Endo- und Perilymphraum, wobei die kaliumeiche Endolymphe die Bogengangsnerven erregt.

Therapie

im akuten Anfall

  • Dimenhydrinat (Vertirosan®) 1-2supp/d
  • alternativ: Promethiazin (A: Phenergan®; D: Atosil®) 1-3drg/d
  • A/D: Scopoderm®-TTS-Membranpflaster

im Intervall zur Attackenprophylaxe

  • Betahistin (A: Betaserc® 8 bzw. 16mg) 1.-3. Woche 3x2tbl/d 2.-6-Monat 3x1 tbl/d

bei Therapieresistenz

  • geringgradige Innenohrschwerhörigkeit:
    • kochleäre endolymphatische Shuntoperation
    • intratympanale Instillation ototoxischer Antibiotika z.B. Refobacin® 8-24mg/d für 2-10 Tage; Ende der Behandlung bei Auftreten von Nystagmus oder Schwindel; täglich Audiogrammkontrollen! (Nebenwirkung: Vestibularis- und Cochlearisschädigung)
  • bei dauernder Innenorhschwerhörigkeit
    • Transtemporale Vestibularisneurektomie (Komplikationen Hörausfall, Fazialisschädigung)
    • Kryo- oder Ultraschalldestruktion des N. vestibularis (Komplikation: Dauerschwindel)
  • bei fehlender Hörvermögen
    • translabyrinthäre Vestibularisneurektomie (Komplikationen Taubheit, Vestibularisausfall)
    • Labyrinthektomie (Komplikationen: Fazialisschädigung, Liquorfistel, Dauerschwindel)
 

 

"Meniere, Attackenschwindel" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info