Neuromuskuläre Störungen Operation bei Myotonien und episodischen Lähmungen

Depolarisierende Relaxantien lösen bei Myotonien eine langanhaltende myotone Reaktion u.a. der Kau-, Schlund- und Thoraxmuskulatur aus. Dadurch kann es zu einer anästhesiologischen Notfallsituation mit Ateminsuffizienz kommen. Die Beatmung über die Maske ist erschwert, dasselbe gilt für die Intubation. Depolarisationsblocker sind somit kontraindiziert, während Stabilisationsblocker eingesetzt werden können. Depolarisierende Relaxantien können bei der Anlage zu episodischen Lähmungen Attacken auslösen, die Stunden bis Tage anhalten und neben der Extremitätenmuskulatur evtl. auch die Rumpf- und Atemmuskulatur einbeziehen. Da auch Abkühlung der Muskulatur die myotone Reaktion verstärken bzw. eine Lähmung verursachen kann, sollte der Patient durch wärmeisolierende Decken oder Heizstrahler und das OP-Gebiet durch heiße Kompressen und Lösungen vor Unterkühlung geschützt werden. Es besteht kein Zusammenhang mit maligner Hyperthermie.

 

 

"Operationen bei Myotonien" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info