Neuromuskuläre Störungen Therapie bei Paresen

Physikalische Maßnahmen

Empfohlen wird ein schonendes, regelmäßiges, isometrisches Training paretischer Muskelgruppen. Im Initialstadium haben sich Radfahren (auf Heimtrainer) und Schwimmen besonders bewährt. In fortgeschrittenen Stadien: regelmäßige Krankengymnastik mit aktiven und passiven Bewegungsübungen (Kontrakturprophylaxe insbesondere im Schultergelenk!), Atemgymnastik.

Schienen sind bei den rasch progredienten Formen meist nur von begrenztem Wert; bewährt haben sich aber:

  • Peroneusschiene bei Fußheberschwäche
  • Abductor-pollicis-Schiene zur Abduktion des Daumens (bei vorhandener Funktion der Fingerbeuger wird hierdurch das Greifen größerer Gegenstände gebessert)
  • Halskrawatte oder Stützapparat bei ausgeprägter Schwäche der Kopfstrecker
  • Korsett bei Beteiligung der Rückenmuskulatur
  • bei nur langsam progredienten Erkrankungen (spinale Muskelatrophie) können auch aufwendigere Orthesen über lange Zeit zur Stabilisierung im Gelenkbereich und damit zum Funktionserhalt beitragen
  • Hier sind ggf. auch Skolioseoperationen zur Erhaltung der Sitzfunktionen des Patienten sowie Sehnenverlagerungen zur Aufrechterhaltung der Beweglichkeit in den Extremitäten gerechtfertigt.

Medikamentöse Therapie

Medikamentös kann, insbesondere bei Bulbärparesen, der Versuch mit Mestinon® bis 3x40mg/d durchgeführt werden. Absetzen dieser Medikation bei Erfolglosigkeit nach spätestens 3 Monaten.

 

"Paresen" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info