Tumoren des Nervensystems Tumoren der Glandula pinealis

Von der Glandula pinealis ausgehende Tumoren sind das Pineozytom (Grad I-IV nach WHO) und das Pineoblastom (Grad IV nach WHO). Häufiger als diese Geschwülste finden sich in der Pinealisregion jedoch Keimzelltumoren.

Klinik

Klinisches Leitsymptom bei Raumforderungen im Bereich der Pinealisregion ist das Parinaud-Syndrom mit vertikaler Blickparese, Konvergenzschwäche und Störung der Pupillenreaktion auf Licht und Konvergenz. Daneben kann es zu Hirnnervenausfällen, Paresen, Kleinhirnsymptomen, zur Pubertas praecox und zur Störung der Liquorzirkulation durch Aquäduktkompression kommen.

Therapie

  • Die Indikationen zur Operation bei Pinealistumoren sind in der Literatur nicht eindeutig formuliert. Der Versuch einer operativen Tumorentfernung wird als risikoreich beschrieben. Häufig wird aufgrund eines Verschlußhydrozephalus ein Shuntsystem nötig.
  • Wegen der in der Regel hohen Strahlensensibilität von Tumoren in der Pinealisregion wird nach der operativen Behandlung der Liquorzirkulationsstörung durch Shunt auch die Bestrahlung empfohlen. Das direkte Angehen des Tumors ist in diesem Konzept bei fehlender Beeinflussung des Tumorwachstums durch die Strahlentherapie vorgesehen. Andere Autoren befürworten zunächst eine histologische Diagnosesicherung, dies erhöht das Risiko einer Aussaat von Tumorzellen.
 

 

"Pinealis-Tumor" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info