Vergiftung durch Schlangenbiß

Symptome

  • typische Bißwunde (Bißmarke)
  • örtliche Schwellung und Ödemblidung
  • Petechien
  • Lymphknotenschwellung
  • lokale Nekrose
  • durch resorptive Wirkung
    • Übelkeit
    • Kollaps
    • Atemlähmung
  • systemische Vergiftungserscheinungen
    • progressive Schwellung
    • Parästhesien
    • Gerinnungsstörungen
    • Hypotension
    • Schock 30-60min nach Biß
  • Symptome sonstige:
    • je nach Lokalisation des Bisses
    • am gefährlichsten: Gefäße, Hals- und Gesichtsbereich
    • auch von Schlangenart abhängig

Therapie

  • unnötige Manipulationen, wie Aussaugen, Ausquetschen, inzidieren usw. vermeiden
  • Wunde steril abdecken
  • Ruhigstellung der betroffenen Extremität mit straff sitzender elastischen Binde und Schienung
  • im Notfall Blutdruckmanschette mit 55mmHg proximal der Bißstelle anlegen
  • Schmerzbekämpfung
  • Sedierung
  • evtl. intensivmedizinische Maßnahmen (Kreislauf, Gerinnung)
  • Tetanusprophylaxe
  • Schangengift-Immunserum
    • nur im Falle systemischer Vergiftungssymtpome - siehe oben.
    • Serumgabe nur nach Allergietest
    • cave: anaphylaktische Reaktion
  • bei Gerinnungsstörung
    • Humanfibrinogen
    • bzw. Frischplasma
    • Heparinisierung

Verlauf

Bei Bissen durch in Europa heimische Schlangen nur selten Intensivbehandlung oder Serumgabe notwendig (am ehesten bei Kindern)

Indikation zur Serumgabe muß streng erfolgen da die Nebenwirkungsrate groß ist. Bei Bissen einiger exotischen Schlangen, kann das Serum die Letalität entscheidend verringern.

 

"Schlangenbiß" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info