Vergiftung durch Herzglykoside

Symptome

  • Anorexie
  • Nausea
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Bradykardie
  • AV-Blockierung aller Grade
  • ventrikuläre Arrhythmien
  • Hyperkaliämie
  • Hypoxie
  • Asystolie

Therapie

  • repetitive Gabe von Aktivkohle
  • primäre Giftelimination
  • intensivmedizinische Monitorisierung
  • Ausgleich des Elektrolyt-, Säure-, Basenhaushaltes
  • Überwachung der Serumglycosidkonzentration

symptomatische Therapie

  • bei Bradykardie: Atropin
  • bei ventrikulären Rhythmusstörungen: Lidocain

Digitalis-Antidot

Digitalis-Antidot BM® (Hersteller: Boehringer-Mannheim, Mannheim.)

  • bei primär schlechter Prognose
  • bei progressiver Bradyarrhythmien
  • bei atropinresistenten AV-Block II –III
  • bei ausgeprägter Hyperkaliämie
  • bei Schock
  • bei Asystolie
  • bei Kammertachykardie
  • bei Kammerflimmern

 

Verlauf

Höhere Empfindlichkeit vordigitalisierter Patienten. Bei kardialen Risikopatienten oder Intoxikationen mit potentiell letalen Dosen ist ein frühzeitiger Einsatz des Antidots zu überlegen. Verzögerter Eintritt der Symptomatik ist möglich (Maximum der Symptome nach 3-12h). Nach Aufnahme einer potentiell toxischen Digitalis-Dosis ist der Patient mindestens 24 Stunden zu beobachten.

Hyperkaliämie ist Ausdruck einer schweren Vergiftung.

 

"Herzglykoside" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info