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Hemiballismus und Ballismus

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Hemiballismus und Ballismus

Wegweiser: Klinik, Therapie

Definition

Unter (Hemi-) Ballismus versteht man abrupte, sehr rasche, proximal betonte, weit ausholende, schleudernde oder wurfartige Bewegungen der Extremitäten, meist im Arm ausgeprägter als am Bein, oft auch mit Beteiligung von Muskeln des Gesichtes, Halses und Rumpfes. Die anscheinend koordinierten Bewegungen sind jedoch übertrieben und über das Ziel hinausschießend.

Ätiologie

  • am häufigsten zerebrovaskuläre Ischämie im kontralateralen Nucl. subthalamicus Luysi
  • lokale raumfordernde Prozesse (Tumormetastasen, Granulome)
  • selten nach Schädel-Hirn-Trauma und heredodegenerativ

Klinik

Infolge des großen Umfangs und der Wucht der Bewegungen kann es zu Verletzungen, infolge des fast ununterbrochen durch äußere Anreize und Affekte verstärkten Ablaufs im Wachzustand zur Erschöpfung (Herzversagen, Pneumonie) kommen; im Schlaf Stillstand. Meist plötzlicher Beginn, z.T. sind Spontanremissionen möglich.

Therapie

  • Sedativa
  • im akuten Stadium Tetrabenazin (D: Nitomane®), Reserpin, Phenothiazine oder Haloperidol (Haldol®)
  • in schweren Fällen, insbesondere bei einer lebensbedrohlichen Situation,, wurden früher chirurgische (Amputation des Arms) oder neurochirurgische Maßnahmen (Inzision des Gyrus praecentralis, Durchtrennung des Pedunculus cerebri oder der Pyramidenbahn im Rückenmark) oder auch eine stereotaktische Subthalamotomie durchgeführt.
 
 

Schlagzeilen

Thromboseprophylaxe bei Schlaganfallpatienten mit signifikanten Paresen: Niedermolekulare Heparine sehr gut wirksam. KEINE Kompressionsstrümpfe mehr verwenden (signifikant mehr Hautnekrosen). Näheres siehe: CLOTS Trial Collaboration, Lancet 2009; 373: 1958-1965