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MS: Akuttherapie

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Multiple Sklerose

Therapie des akuten Schubes

Ein Schub ist definiert durch das Auftreten von neuen Symptomen über mehr als 48 Stunden, die nicht durch von der Grunderkrankung unabhängige Ursachen erklärt werden können (Infektionen, medikamentös induzierte Symptome, Streßsituationen etc.)

Heute werden Kortikosteroide wegen der besseren Steuerbarkeit vorgezogen. Die intrathekale und epidurale Gabe von Kortikosteroiden während eines akuten Schubes ist in Einzelfällen beschrieben, jedoch nicht systematisch und kontrolliert untersucht worden; auch wegen nicht unerheblicher Nebenwirkungen (mögliche Infektionen, Gefahr der Arachnopathie) ist diese Applikation obsolet.

  • Die intravenöse hochdosierte Gabe von Kortikosteroiden ist bei Schüben mit ausgeprägten Symptomen sowie bei schweren Verlaufsformen der Optikusneuritis (ausgeprägter Visusverlust, beidseitiger Befall) eine allgemein akzeptierte Therapie.
  • Dosierung: Prednisolon oder Methylprednisolon 500-1000mg/d als Kurzinfusion in physiologischer Kochsalzlösung über 3-5 Tage. Bei dieser hohen Anfangsdosis sollten routinemäßig H2-Blocker gegeben werden. Seltene Komplikationen sind die aseptische Knochennekrose sowie anaphylaktische Reaktionen. Der Wirkmechanismus dieser Behandlung ist nicht geklärt (antiödematöse Wirkung? Verbesserung der Impulsleitung? Immunsuppression?).
  • Bessert sich die klinische Symptomatik unter i.v. Behandlung nicht ausreichend, kann die Therapie oral fortgesetzt werden. Hartung empfiehlt, sich an das Dosierschema der amerikanischen Optikusneuritisstudie zu halten [Beck et al 1993, NEJM]: Durch Ausschleichen der Schubtherapie wird das vermehrte Auftreten von Gadolinium-anreichernden Entzündungsherden verhindert.
  • Methylprednisolon (Promedrol®, Solumedrol®, Urbason®)

 

Tage

Methylprednisolon

1-3

1000mg in 500ml NaCl 0,9%

4-14

80mg p.o.: Urbason® 40mg tbl 2-0-0

15

20mg p.o.: Urbason® 40mg tbl 1/2-0-0

16-18

10mg p.o.: Urbason® 40mg tbl 1/4 -0-0

 

  • Gleichzeitige Gabe von H2-Blockern, z.B. Famitodin (Ulcusan® 40), sofern es in der Anamnese Hinweise für Magenulcus gibt.
  • Bei fulminanten Verläufen wird neben der intravenösen hochdosierten Kortikoidgabe eine Immunsuppression mit Cyclophosphamid sowie eine Plasmapheresebehandlung durchgeführt.
  • Obsolet: ACTH oder auch langfristige Gabe von niedrigdosierten Kortikosteroiden [Hartung HP, 1998 Jörg] 
 

Schlagzeilen

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