Neurologische und psychiatrische Notfälle Verwirrtheit

Symptomatik

Gehäuft bei Menschen im höheren Lebensalter mit hirnorganischer Veränderung. Denkstörung im Sinne von Weitschweifigkeit, Sprunghaftigkeit und Auffassungsstörungen bei allgemeiner Verlangsamung; häufig örtlich und zeitlich unsicher, während die situative Orientierung oftmals intakt ist; Affektinkontinenz mit erhöhter Irritierbarkeit; Altgedächtnis relativ wenig beeinträchtigt bei leichten Verwirrtheitszuständen. Nächtliche Akzentuierung durch zirkadiane Schwankungen des intrazerebralen Blutdrucks und/oder Verlust sensorischer Information in der Dunkelheit.

Therapie

nach Ursache

  • internistisch (Herzinsuffizienz, Infektionen, postoperativ, metabolisch)
  • neurologisch (zerebrovaskuläre Insuffizienz, Meningitis, Enzephalitis, SHT)
  • Entzug (Alkohol, Sedativa)
  • toxisch (Anticholinergika, Diuretika, Antihypertensiva etc.)

sonstige Maßnahmen

  • Therapie der Grundkrankheit
  • Flüssigkeitszufuhr
  • Haldol® 1-3 x 0,5-2mg/d
  • Buronil® 1-3 x 25-50mg/d
  • Distraneurin® 1-8 x 200mg/d
  • keine anticholinerge Medikation
  • keine blutdrucksenkende Medikation

Ärztliches Verhalten

  • Vor Psychopharmaka-Gabe exakte Medikamentenanamnese (Angehörige befragen)
  • cave: blutdrucksenkende Medikation: Verschlechterung der zerebralen Durchblutung!
  • Sofern keine stationäre Behandlung zwingend erforderlich, den Patienten möglichst in altvertrauter Umgebung belassen oder seine rasche Rückkehr dorthin in die Wege leiten.
 

 

"Verwirrtheit" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info