Kapitel: Anlagestörungen Von-Hippel-Lindau-Krankheit

Klinik

Bei der von-Hippel-Lindau-Krankheit (direkt und indirekte DNS-Diagnostik mit Markern für Chromosom 3 möglich) kommt es zur Bildung meist zystischer Tumoren (Hämangioblastome) im ZNS, insbesondere im Cerebellum und im Bereich der Retina sowie in anderen Organen wie Nebennieren, Nebenhoden, Leber, Pankreas oder Milz. Überwiegend handelt es sich um zystische Gebilde mit wandständigem, vaskulärem Tumor, selten um solide Tumoren. Meist manifestiert sich die Angiomatosis retinae als erstes, es kommt zu Exsudation , zur Blutung, zur Ablatio retinae und schließlich, im unbehandelten Fall, zum Glaukom und völligen Sehverlust. Neurologisch stehen die Symptome des zerebellären Hämangioblastoms im Vordergrund, dabei insbesondere die Zeichen intrakranieller Drucksteigerung, sowie zerebelläre Störungen; bei der in der Literatur beschriebenen spinalen Manifestation finden sich Zeichen der Rückenmarkskompression.

Therapie

Kleinhirnangioblastome werden operativ entfernt. Bei Tumoren, die einer operativen Behandlung nicht zugänglich sind, wird in der Literatur auch die Strahlentherapie empfohlen. Die retinalen Manifestationen sollten rechtzeitig einer ophthalmologischen Behandlung zugeführt werden (Laser-Koagulation).

 

"von Hippel-Lindau-Erkrankung" auf www.neuroscript.com - letzte Änderung am 17.11.2007;  Webmaster: Dr. Wolfgang Kubik (Neurologe)  - Dieses Skriptum ist ausschließlich für Ärzte und Medizinstudenten gedacht. Sind Sie Laie oder suchen Sie Hilfe als Patient, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens - nähere Info siehe Haftung.
Information über Rehabilitation finden Sie ab Oktober 2007 unter www.neuroreha.info