|
Zurück Home
| |
Fest wie ein Baum
Ein einzeln dastehender Baum ist ein Symbol. Anmutige Ulmen an Flüssen und
Bächen, würdige Rotbuchen, ausladenden Eichen und hagere Ahorne sind Bäume,
die sich in einem langen harten Kampf bewährt und ihre Zähigkeit bewiesen
haben.
Seit hunderten Jahren, wenn nicht noch länger, kennen sie Winterstürme,
Frühlingswunder, Sommerhitze. Vor einem Jahrhundert fand ein kleines Samenkorn
Schutz und Geborgenheit in gutem Humus und senkte ein winziges weißes
Würzelchen ins Erdreich. Langsam schob sich ein schlanker, grüner Trieb dem
Himmel und den Sternen entgegen.
Rinder haben im Schatten der Bäume geruht, Vögel in ihren Zweigen gewohnt.
Stamm und Äste gediehen, von tiefreichenden Wurzeln mit Nahrung versorgt.
Männer und Frauen haben zu den Bäumen aufgeblickt und aus ihrer heiteren
Gelassenheit Kraft geschöpft für den Alltag.
Ein einzeln dastehender Baum verkörpert Eigenschaften, die ein Mann bewundert.
Der Baum hat sich gegen die Stürme des Lebens behauptet, hat sich vor starken
Gewalten gebeugt, ohne zu brechen. So ragt er auf, fest im Grund verankert, aber
den Wipfel zum Licht emporgereckt.
Alle Menschen stehen allein. Jeder hat seine eigene geheime Zufluchtstätte, die
kein anderer betreten darf. Hat ein Mensch festen Boden unter den Füssen und
den Kopf zum Himmel mit seinen Sternen erhoben, so wird kein Sturm ihn
umwerfen. |